Das Wichtigste in Kürze
- Regelschmerzen in den ersten Tagen der Periode sind weit verbreitet.1, 11
- Schmerzen, die sehr stark sind, stärker werden oder dich regelmäßig vom Alltag abhalten, solltest du ärztlich abklären lassen.1, 11
- Eine häufige Ursache starker Regelschmerzen ist Endometriose.8 Laut Studien haben bis zu 10 von 100 Frauen im gebärfähigen Alter eine Endometriose.3
- Ein Schmerztagebuch über mehrere Zyklen hilft dir, deine Beschwerden beim Arzttermin genau zu beschreiben.12
Wie viel Schmerz ist normal?
Regelschmerzen sind weit verbreitet.1 Manche Frauen spüren nur ein leichtes Ziehen im Unterbauch, andere schmerzhafte Krämpfe.2 Die Schmerzen beginnen oft kurz vor oder mit der Periode und halten meist bis zu drei Tage an.11 Manchmal strahlen sie in den Rücken oder die Beine aus. Dazu können Übelkeit, Durchfall oder Kopfschmerzen kommen.1, 2
Fachleute sprechen von primären Regelschmerzen, wenn keine andere Erkrankung dahintersteckt. Sie sind bei jungen Frauen häufiger und lassen oft einige Jahre nach der ersten Periode nach. Viele Frauen haben außerdem nach der Geburt ihres ersten Kindes weniger Beschwerden.1, 2 Wärme, sanfte Bewegung und bei Bedarf ein Schmerzmittel können Erleichterung bringen.1, 11
Ein guter Maßstab ist dein Alltag: Kannst du trotz Periode weitgehend normal arbeiten, lernen und unterwegs sein? Musst du dagegen regelmäßig Termine absagen, fehlst in Schule oder Job, werden die Schmerzen mit der Zeit stärker oder helfen Schmerzmittel kaum, solltest du das ärztlich abklären lassen.1, 11 Starke Schmerzen sind kein Zeichen von Empfindlichkeit, sondern ein Grund, genauer hinzusehen.
Mögliche Ursachen starker Regelschmerzen
Haben die Schmerzen eine zusätzliche körperliche Ursache, sprechen Fachleute von sekundären Regelschmerzen. Sie treten oft erst auf, wenn die Periode schon einige Jahre besteht, und können auch außerhalb der Regelblutung vorkommen.1, 2 Mögliche Ursachen sind zum Beispiel:
Endometriose
Bei einer Endometriose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, an anderen Stellen im Körper, zum Beispiel am Bauchfell, an den Eierstöcken oder seltener an Blase oder Darm. Dieses Gewebe baut sich mit jedem Zyklus auf und wieder ab, kann Entzündungen und Verwachsungen auslösen und starke Schmerzen verursachen.5 Bis zur Diagnose vergehen oft Jahre.3, 8
Adenomyose
Hier wächst Gewebe der Gebärmutterschleimhaut in die Muskelwand der Gebärmutter hinein. Typisch sind starke und schmerzhafte Regelblutungen.10
Myome
Myome sind gutartige Geschwulste in oder an der Gebärmutter. Sie sind sehr häufig, viele Frauen spüren sie gar nicht. Je nach Lage können sie aber zu starken oder verlängerten Blutungen, krampfartigen Regelschmerzen und einem Druckgefühl im Unterleib führen.9
Weitere Ursachen
Auch Polypen in der Gebärmutter, Entzündungen im Becken oder eine Kupferspirale können Regelschmerzen auslösen oder verstärken.1, 11 Welche Ursache bei dir infrage kommt, kann nur eine ärztliche Untersuchung klären.
Typische Anzeichen für Endometriose
Endometriose zeigt sich bei jeder Frau anders. Manche haben kaum oder gar keine Beschwerden, andere sehr starke.4 Hellhörig solltest du werden bei:
- starken Regelschmerzen, die mit der Zeit zunehmen oder auf Schmerzmittel kaum ansprechen,4, 8
- Schmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr,4
- Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen, vor allem während der Periode,4, 16
- Unterbauchschmerzen auch außerhalb der Periode,4
- anhaltender Erschöpfung,4, 16
- einem unerfüllten Kinderwunsch.4
Keines dieser Anzeichen beweist eine Endometriose. Treffen aber mehrere davon auf dich zu, sprich das bei deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt gezielt an.
So bereitest du dich auf den Arzttermin vor
Schmerzen lassen sich schwer messen. Umso hilfreicher ist es, wenn du deine Beschwerden über mehrere Zyklen festhältst und zum Termin mitbringst.12 Notiere in einem Schmerztagebuch oder einer Zyklus-App:
- an welchen Tagen und wie stark die Schmerzen sind, zum Beispiel auf einer Skala von 0 bis 10,
- wo genau es wehtut und ob die Schmerzen ausstrahlen,
- wie stark und wie lange die Blutung ist,
- welche Schmerzmittel du nimmst und ob sie helfen,
- ob du wegen der Schmerzen Termine absagen musstest.
In der frauenärztlichen Praxis folgen meist ein ausführliches Gespräch, eine gynäkologische Untersuchung mit Tastuntersuchung und oft ein Ultraschall. Größere Endometriose-Herde und Zysten können im Ultraschall sichtbar sein, kleine Herde und Verwachsungen aber nicht. Sehr zuverlässig feststellen lässt sich eine Endometriose mit einer Bauchspiegelung. Weil das ein Eingriff unter Vollnarkose ist, kommt sie nur infrage, wenn sie für Diagnose oder Behandlung nötig ist.6 Ob das bei dir so ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit dir.
Wie werden starke Regelschmerzen behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und danach, wie stark dich die Beschwerden belasten. Infrage kommen Schmerzmittel, hormonelle Behandlungen und bei manchen Ursachen eine Operation.1, 3 Bei Endometriose empfehlen Fachleute ergänzend regelmäßige Bewegung. Auch Entspannungsverfahren oder Physiotherapie können infrage kommen, sind aber meist nicht gut erforscht.7 Viele Betroffene nutzen außerdem Wärme: In einer Online-Befragung von Frauen mit Endometriose in Australien gehörte sie zu den am häufigsten genutzten Selbsthilfemaßnahmen und wurde als vergleichsweise hilfreich eingeschätzt.13 Das sind persönliche Einschätzungen, kein Wirksamkeitsnachweis. Untersucht wurden Wärmeanwendungen allgemein, nicht ApoFresh®-Produkte. Bei Endometriose gibt es spezialisierte Zentren, in denen Fachleute verschiedener Gesundheitsberufe zusammenarbeiten.3
Wichtig: Selbsthilfe wie Wärme kann Beschwerden lindern, ersetzt aber keine Diagnose. Worauf du bei Wärmepflastern achten solltest, liest du in Wärmepflaster bei Regelschmerzen. Allgemeine Tipps findest du in Regelschmerzen lindern.
Sofort ärztliche Hilfe holen
Bei plötzlichen, sehr starken Unterbauchschmerzen, besonders zusammen mit Fieber, Kreislaufproblemen, starker Blutung oder wenn du schwanger sein könntest, warte nicht ab.14 Wende dich direkt an eine Praxis, an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder im lebensbedrohlichen Notfall an die 112.15
Häufige Fragen
Sind starke Regelschmerzen normal?
Regelschmerzen sind häufig, aber nicht automatisch harmlos. Wenn sie dich regelmäßig vom Alltag abhalten, mit der Zeit stärker werden oder Schmerzmittel kaum helfen, lass sie ärztlich abklären.
Woran erkenne ich eine Endometriose?
Mögliche Hinweise sind starke Regelschmerzen, die mit der Zeit zunehmen, Unterbauchschmerzen auch außerhalb der Periode sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Stuhlgang oder Wasserlassen. Manche Betroffene haben aber kaum Beschwerden. Feststellen lässt sich eine Endometriose nur durch ärztliche Untersuchungen.
Zu welchem Arzt gehe ich mit starken Regelschmerzen?
Erste Anlaufstelle ist deine frauenärztliche Praxis. Bei Verdacht auf Endometriose kann sie dich an ein spezialisiertes Endometriosezentrum überweisen.
Hilft Wärme auch bei Endometriose?
Viele Betroffene nutzen Wärme ergänzend und empfinden sie als hilfreich. Das zeigen vor allem Befragungen von Betroffenen, keine Wirksamkeitsstudien. Wärme ersetzt keine ärztliche Behandlung. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber, welche Maßnahmen für dich sinnvoll sind.
Quellen
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Regelschmerzen. gesundheitsinformation.de, aktualisiert am 22.03.2023, abgerufen am 30.10.2026.
- Bundesministerium für Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem IQWiG: Regelschmerzen: Symptome und Behandlung. gesund.bund.de, Stand 27.08.2024, abgerufen am 30.10.2026.
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Endometriose. gesundheitsinformation.de, aktualisiert am 18.12.2024, abgerufen am 30.10.2026.
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Beschwerden bei Endometriose. gesundheitsinformation.de, aktualisiert am 18.12.2024, abgerufen am 30.10.2026.
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Wie entsteht Endometriose?. gesundheitsinformation.de, aktualisiert am 18.12.2024, abgerufen am 30.10.2026.
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Untersuchungen bei Endometriose. gesundheitsinformation.de, aktualisiert am 18.12.2024, abgerufen am 30.10.2026.
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Mit Endometriose-Beschwerden umgehen. gesundheitsinformation.de, erstellt am 18.12.2024, abgerufen am 30.10.2026.
- Bundesministerium für Gesundheit: Endometriose: Symptome und Behandlung. gesund.bund.de, Stand 21.08.2025, abgerufen am 30.10.2026.
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Myome der Gebärmutter. gesundheitsinformation.de, aktualisiert am 28.05.2025, abgerufen am 30.10.2026.
- Kilpatrick C: Adenomyosis uteri. MSD Manual, Ausgabe für Patienten, aktualisiert im Oktober 2025, abgerufen am 30.10.2026.
- National Health Service (NHS): Period pain. nhs.uk, überprüft am 18.03.2026, abgerufen am 30.10.2026.
- Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.: Endometriose: Wie führe ich ein gutes Gespräch mit meiner Ärztin oder meinem Arzt? Faltblatt (PDF), abgerufen am 30.10.2026.
- Armour M, Sinclair J, Chalmers KJ, Smith CA: Self-management strategies amongst Australian women with endometriosis: a national online survey. BMC Complementary and Alternative Medicine 2019; 19: 17. doi:10.1186/s12906-019-2431-x. Online-Befragung mit Selbstauskünften. Untersucht wurden Wärmeanwendungen allgemein, nicht ApoFresh®-Produkte.
- National Health Service (NHS): Pelvic pain. nhs.uk, überprüft am 24.11.2025, abgerufen am 30.10.2026.
- Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): 116117 – Der Patientenservice. 116117.de, abgerufen am 30.10.2026.
- Universitätsklinikum Tübingen, Endometriosezentrum: Symptomatik. Abgerufen am 30.10.2026.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. ApoFresh® Regelschmerzpflaster ist ein Medizinprodukt. Bitte beachte die Gebrauchsanweisung.